Mittwoch, 30. Dezember 2009

Laos - Vang Vieng - Tubing

11.10.2009 - 13.10.2009

Wahrscheinlich kommt so ziemlich jeder Backpacker der durch Laos reist auch nach Vang Vieng. Viele lieben es und tragen zum Bekenntnis Tubing-Shirts (Maxx wird erklaeren was das ist). Aber ich kann auch den gut verstehen, der ueber diesen Ort nur den Kopf schuettelt.

Die Einheimischen haben sich jedenfalls bestens auf den Besucherstrom eingestellt und neben den ueblichen Souveniershops gibt es vor allem Sandwichstaende, an denen sich betrunkenen Partyurlauber tummeln. Zu alle dem droehnt alle halbe Stunde die Anfangsmelodie von Friends, immer dann wenn eine neue Folge in einem der Strassencafes beginnt, wo die mueden Reisenden sich vom Tuben erholen.

Aber ich merke schon, wie ich immer wieder aufs Tuben zu schreiben komme. Tatsaechlich laesst sich der Ort kaum erklaeren, ohne dass man weiss worum es sich dabei handelt. Und auch Maxx und ich haetten den Ort, also eigentlich seine Besucher, abartig gefunden, waere da nicht das Tuben gewesen ...,

In dem David sich mehr des triumphialen Sieges ueber mich alten angeschlagenen Mann und ueber die Leute in Vang Vieng ausgelassen hat, ist ihm ein Ereignis ueber unseren Aufenthalt entflogen.

Am ersten Abend sitzen wir nichts ahnend gemuehtlich mit den Maedels im Lokal, als Alexi uns in verbluefft in die Augen schaut. Alexi ist sozusagen unsere erste Backpacker-Bekanntschaft von unserer Reise. In Moskau hatten wir ihn mit den Worten wir sehen uns in Ulan Bator verabschiedet. Ein Monat spaeter trafen wir ihn dann wirklich durch Zufall im gleichen Hostel (Golden Gobi) wieder. 2 Tage spaeter sagten wir erenut mit weissen Taschentuechern zu Alexi "Lebe Wohl"! Nach meinen Informationen wollte er kurz China sehen und spaeter nach Vietnam und Indien. Von Laos war keine Rede. Einen super Beispiel wie sich Reiseplaene aendern koennen.

Doch kommen wir zurueck zum Tuben! Die Vorstellung mit einem Traktorreifen den Fluss herunterzugleiten verschwand schon am Tag zuvor. Am Abend wurden wir Zeuge, wie sich einige Backpacker respektlos den lokalen Menschen gegenueber verhalten. In Gedanken fragte ich mich, warum in Gottes Namen ist diese Frau halb nackt mit ihrem Reifen hier auf der Strasse unterwegs? Und warum ist sie so sternhagelvoll? Was hat das mit "Tuben" zu tun?

Am Tag darauf standen wir an der Ausgabe der Reifen. 2 Enlaender die mit uns im Tuk Tuk fuhren, erklaerten mir auf der Fahrt, was auf mich zukommen wird. Nach einer ca. 10 minuetigen Fahrt befanden wir uns am Ufer des Flusses, wo ein Mitwirkender jeden Neuankoemmling zur Begruessung die Wisky Flasche regelrecht in den Hals steckte. 2 Schritte weiter das erste Bier. Hmm ich glaube ich habe die Antwort auf meine abendlichen Fragen. Hier geht es nicht um den Spass im Reifen auf dem Wasser, sondern mehr um das drum herum. Prinzipiell bewegten wir uns in unseren "Tube" von Bar zu Bar die keine 50m auseinander lagen. Ein Glueck das unsere Gruppe immer den Kopf bewarte und ich am Ende des Tages von einem einziartigen Erlebnis sprechen konnte. Diese Erfahrungen wurden am naechsten Tag noch verstaerkt, als wir uns das zweite Mal ins Abenteuer stuertzen. Aber diesmal mit unseren amerikanischen Zimmernachbarn Christin, Mike und Adam (jeder sollte solche Menschen auf seiner Reise treffen). Aehnlich drauf wie wir, koennten wir die Erlebnisse vom Tag zu vor noch uebertrumpfen. Ich selber hielt mich mehr oder weniger zurueck. Meine Ziel war es, diesen Ort mit den verrueckten Attraktionen fotografisch festzuhalten, um euch eine gewisse Vorstellung von dem zu geben was da tatsaechlich taeglich ab geht.

Die Attraktionen:

1. Der "Schwinger" schaetzungsweise 8-12m Hoehe, Ausdehnung (Flugweite) bis zu 30m. Absprung von max. 3-6m. Ein herrliches Gefuehl umgibt Dich, wenn man die Plattform hinter sich gelassen hat. Ja und um ehrlich zu sein, begleitete mich bei jedem Absprung ein gewisse Angst. Die Konstruktionen wuerde unser Deutscher TUEV nicht einmal anschauen. Die Stahlkabel haenger quer ueber den Fluss, festgemacht an den Baeumen und an vielleicht 15m Hohen Holzstangen. Kein Mensch in Deutschland wuerde auch nur im Geringsten auf solche Ideen kommen. All unsere Kirchenbesuche muessen David's Schautzengel wohl wahrgenommen haben. Er bestieg am zweiten Tag allen voran die Plattform. Wie immer mit einer Haltung die jeden Turner blas erscheinen liess. Hinzu kamen noch seine spektakulaeren Abspruenge, wo er meist "rechtsseitig" auf dem Wasser aufschlug. Seine Brusthaelfte lied unter den Aufpraellen von den 2 Tagen erheblich. Doch kommen wir zureuck zum Schuztengel. Nach ihm erklom ein Zweiter die Plattform. Kurz nach dem Absprung riess das Seil ab und er landete unsanft immer Wasser. Zum Glueck war es da noch tief genug und er erliet keinerlei Verletzungen. Ausgeruestet mit einen 10ner Schraubschluessel bestieg ein Mitarbeiter die Holzkonstruktion. Nach ca. 15 min war die Sache gegesen und wir konnten weiter machen. Natuerlich traute sich keiner von den Anwesenden. So vergingen noch einmal ca. 15 Minuten. Zum Glueck gibt es immer wieder ahnungslosen Neuankoemmlinge, die als Testpersonen dienten. Wir schauten uns gemuethlich die ersten 10 von unten an ...,

2. Kommen wir zum Zweiten, meinen persoenlichen Lieblingsapparat. Der Stopper! Eine einfache aber grandiose Erfindung. Ein Seil wird in ca. 4-8m Hoehe befestiget und weiter unten an einem Fixpuntk straf gezogen. Man steht oben nimmt die 2 Griffe in die Hand und rauscht UNGEBREMST in Richtung Wasser. Kurz vorher dem Aufkommen, immerhin meistens noch zwischen 3-4m Hoehe stoppt es den halb fliegenden Passengier an einem festgeschraubten Metalstueck von 100 auf 0. Der Koerper wird bis auf jeden forhandenen Muskel regelrecht auseinander gerissen. Wer kein Maedchen sein will, haelt sich bis zum Ende fest und sieht zu, wie glimpflig man dann davon kommt. Ehrlich! Traumhaft anzuschauen, wie es die Leute da regelreich ins Wasser rein katapultiert. Man stelle sich vor man fliegt sitzend, so wie ich auf dem Foto, einen Meter ueber dem Wasser und wird dann immernoch mit dem Nacken rueckwaerts gegen die Stroemung ins Wasser geschluedert. Wem das dann noch nicht reicht der versuchte es rueckwaerts, mit den Fuessen oder zusammen im Duett. Aus unserer Gruppe konnte ein Hollaender nach seinem ersten Versuch auch gleich wieder gehen, weil er sich mit seinem eigenen Knie unter dem Auge eine Paltzwunde verpasst hatte. Auf Nachfragen der dort arbeitenden Leute passiert dies dort anscheint fast taeglich.

Artraktion Nummer 3. Die Schlammbar! Ein Volleyballfeld voller Schlamm mit so tiefen Loechern, wo es jeden noch so sicheren, ob mit oder ohne Alkohol im Blut, hinschmeisst. Ein Schlammbad im Pool und alle fuehlen sich wie die Wasserbueffel auf den Reisfeldern. Lustig aber im Vergleich zu den anderen Atraktionen eher langweilig.

Zurueck im Tube gehts zur letzten Station, die uns leider erspart geblieben ist. Man kauft sich ein Getraenk und einmal Rutschen fuer frei. Die Rutsche misst eine Hoehe von ca. 8m hoch und ist mindestens 3m breit. Der Abflug (aehlich wie bei einer Skichance) geschieht aus ebenfalls ca. 3m Hoehe mit einer Arschgeschwindigekeit. Nach Erzaehlungen soll der Aufprall wohl sehr schmerzhaft sein. Der Fluss wird fuer jeden Gast der sich dieser Sache hingibt an der Stelle komplett gesperrt. Wahrscheinlich wissen die Leute dort selber nicht wie weit der Flug des Einzelnen am Ende geht.

Zum Schluss sind wir dann doch beim "Tuben" angelangt. Circa eine Stunde oder auch laenger gehts, dann in Richtung Stadt, wo die Leute schon auf die Ankunft der Betrunkenen warten. Am ersten Tag hatten wir uns etwas verschaetzt und sind weiter flussabwaerst mitten in einer Karaokebar ausgestiegen. Peinliche Angelegenheit zwischen den Leuten mit den riesen Reifen halbnakt durchzutaenzeln.

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