Sonntag, 10. Januar 2010
Max und David in Nordvietnam
Maxx und ich haben Vietnam unter uns aufgeteilt. Um über unsere dortigen Erfahrungen zu berichten, meine ich natürlich. Ich bin dabei für Nordvietnam zuständig, das wir vor fast drei Monaten bereist haben, wie mir ein Blick in den Reisepass ins Gedächtnis ruft. Inzwischen sitze ich nämlich im verschneiten Owschlag und Südostasien liegt weit entfernt.
Doch zunächst einmal müssen Maxx und ich irgendwie von Laos nach Vietnam gelangen. Und das möglichst schnell, denn wie Maxx bereits verraten hat, brauchten wir für unsere Reise durch Vietnam möglichst jeden Tag. So entschlossen wir uns von Thakek aus mit dem Bus direkt nach Hanoi zu fahren, 28 Stunden. Natürlich war uns klar dass das hart werden würde (für den Po im wahrsten Sinne des Wortes) und dann reisten wir doch ganz anders als erwartet.
Als wir den Bus gegen frühen Abend bestiegen, stellten wir nämlich fest, dass es nur im vorderen Teil Sitzplätz gab. Die waren natürlich alle belegt, bzw. besetzt. Die Liegeplätze waren uns vorbehalten. Und zwar waren im hinteren Teil des Busses die Sitze rausgenommen und anstelle bis knapp unter die Busdecke Säcke gestapelt.
Pessimistische Gedanken wie Überfrachtung oder was sich in den (angeblichen) Zuckersäcken befunden haben mag, blendet man in solchen Situationen besser aus und versucht sich so gut es geht einzurichten. Das ging eigentlich auch ganz gut- bis weitere Passagiere einstiegen und es sich um uns "gemütlich" machten. Maxx hatte jetzt rechts und links von sich jeweils einen Vietnamesen im Arm liegen, während ich meine Beine möglichst anziehen musste, da vor mir eine Schwangere lag. So ging das mehrere Stunden, in denen Maxx und ich uns gegenseitig einzureden versuchten, dass man sich auch eingeschlafene Körperteile als Erholung anrechnen könne.
So wirklich funktionierte das dann aber doch nicht und wir waren ziemlich froh, als am nächsten Morgen die Grenze öffnete, vor der wir das letzte Stück der Nacht gewartet hatten. Glücklicherweise sollte sich dann jedoch beim Grenzübergang ein Perspektive für mehr Beinfreiheit ergeben. Beim Einreichen der Pässe stand nämlich jemand mit einem mongolischen Pass neben uns. Agi war nicht nur eine willkommene Gelegenheit sich unser weniges Mongolisch ins Gedächtnis zu rufen, er erzählte uns ausserdem, dass er gerade in einem Bus mit zugewiesenen Plätzen auf dem Weg nach Hanoi sei. Auch wenn wir inzwischen ein inniges Verhältnis zu unseren Mitreisenden aufgebaut hatten, war die Aussicht auf einen eigenen Platz zu verlockend. Gegen Abend erreichten wir Hanoi.
Hanoi habe ich als unglaublich durcheinander erlebt. Die Häuser haben lauter bunte An- und noch mehr Aufbauten und ragen so gen Himmel, während sich dazwischen ein unglaubliches Verkehrswirrwarr schlägelt. Ziemlich müde war das ein anstrengendes Ankommen, aber nachdem wir erst einmal ein Hotel gefunden hatten und unsere Rucksäcke abgeladen hatten, begannen wir die Stadt recht schnell zu mögen.
Am nächsten Morgen liehen wir uns Fahrräder und liessen uns vom Verkehr treiben. Tatsächlich charakterisiert "sich treiben lassen" wohl am ehesten die Teilnahme am vietnamesischen Strassenverkehr. Würde man zum Beispiel bei dem Versuch die Strasse zu überqueren nach deutschem Vorbild auf eine Lücke im Verkehr warten, so käme man niemlas auf der anderen Strassenseite an. Stattdessen muss man einfach den ersten Schritt machen, die anderen reagieren dann schon und plötzlich sind Maxx und ich mittendrin.
Auf diese Weise erleben wir recht viel von der Stadt und sie gefällt uns beiden sehr. Maxx vergleicht sie mit Paris, was aufgrund der vielen kleinen Cafes durchaus berechtigt ist. In ihnen sitzen die Vietnamesen beisammen und geniessen den vietnamesichen Kaffee.
Oftmals kommen wir erst spät ins Hotel zurück. Hier versteht es ein Ire, Brian, unglaublich gut alle noch einmal zum Weggehen zu motivieren. Maxx und ich lassen uns also weiter treiben und es soll sich lohnen:
Unser eigentlicher Plan ist es nämlich mit Motorrädern von Hanoi bis Ho Chin Minh Stadt zu fahren, fast 2000 Kilometer. Bereits am Baikalsee hatten wir einen Amerikaner getroffen, der diese Strecke in umgekehrter Richtung gereist war und empfohlen hatte, sich dafür alte russische Maschienen zu besorgen. So hatten Maxx und ich auf unseren Radtouren um die Wette nach den berühmt, berüchtigten "Minsk" Ausschau gehalten, zwischen tausenden von Motorrollen bisher aber keine entdecken können. Als wir dann aber an einem Abend zuammen mit anderen aus dem Hotel in der Stadt unterwegs waren, erspähte Maxx eine Minsk und wie sollte es anders sein- der Fahrer hatte eine Visitenkarte von der Werkstatt in der Tasche. Superknacks!
Am nächsten Morgen standen wir aufgeregt wie zwei kleine Jungen in der Werksatt, wovon wir uns aus verhandlungstechnischen Gründen natürlich nichts anmerken liessen. Doch obwohl wir in einem reiseerprobten Wechselspiel, aus Begeisterung meinerseits und Skepsis vertreten durch Maxx, feilschten, kam uns der Händler mit dem Preis nicht entgegen. So haderten wir zwei Tage und entschieden uns letztlich zum Kauf.
Meine ersten Probefahrten hatte ich im Verkehr von Hanoi (Feuertaufe nennt man das glaube ich). Maxx erwies sich dabei als guter Lehrer, war ich doch noch nie mit einem nicht automatischen Zweirad unterwegs gewesen. Und jetzt einmal ganz durch Vietnam!
Leicht liesse sich unsere Reise auf den Motorrädern als Comedy aufziehen, Pointen böten sich zur Genüge. Dabei ginge aber verloren, dass wir durchaus Respekt vor dem Verkehr hatten, ich entgegen meinem üblichen Leichtsinn am Anfang sogar ziemliche Angst. Umso besser jedoch das Gefühl, es geschafft zu haben!
Aber ich merke schon, es muss endlich losgehen. Nach sechs Tagen Hanoi brechen wir nach letzten Reperaturarbeiten an Maxx Bremse (!) gen Halong Bay auf. Unsere einzige Möglichkeit dorthin zu gelangen ist die Hauptverkehrsstrasse A1. Dabei ist anzumerken, dass auch ausserhalb der Städte Vietnams für uns eher ungewohnte Verkehrsregeln gelten. "Hauptverkehrsstrasse" meint zwei Fahrbahnen, auf denen sich hauptsächlich Busse und LKW entgegendonnern. Neben jeder der beiden Fahrbahnen gibt es einen kleinen Seitenstreifen, der zum einen den kleineren Verkehrsteilnehmern (uns!) dient den entgegenkommenden Lastern auszuweichen (die sich von Kleineren natürlich nicht vom Überholen abhalten lassen) und ist gleichzeitig aber auch Sammelfläche für Schulkinder, Obststände oder gerne auch einmal einen Sandhaufen hinter uneinsichtigen Kurven.
Jeder beinahe Herzinfakt wird aber immer wieder mit fantastischer Landschaft belohnt, durch die wir uns frei bewegen. Das schönste Stück erreichen wir als wir an unserem Ziel, dem Meer, ankommen. Es ist zwar schon dunkel, aber das stete Branden der Wellen hat trotzdem die beruhigende Wirkung, die wir uns verdient haben. Geschafft.
Am nächsten Morgen setzten wir mit unseren Motorrädern auf einer Linienfähre zur Insel CatBa über. Dabei kommen uns lauter Touristenboote entgegen, die das fünfzigfache zahlen und trotzdem bekommen wir die gleiche Landschaft. Unzählige Limestone- Felsformationen an denen vorbei uns die Fähre zur Insel bringt.
Auf der Insel gibt es nur wenige Stassen und endlich wird das Fahren angenehm. Eine Mischung aus Meeresluft und Fahrtwind flattert durchs Tshirt und wir sind die freiesten Helden überhaupt.
Insgesamt bleiben wir drei Tage auf der Insel. Dabei unternehmen wir mehrere kleine Fahrten und spielen ausserdem mit den Einheimischen Fussball am Strand. Den Ball haben wir immer dabei und er hat für einige intensive Kurzfreundschaften gesorgt.
Am Morgen bevor wir aufbrechen mieten wir uns noch ein Kajak. Anders als in Deutschland stand uns somit nicht ein kleiner See zur Verfügung, sondern der Verleiher entliess uns quasi aufs offene Meer. So paddelten wir an mehreren bunten Hausbooten von Fischern und den Felsformationen vorbei und gelangten schliesslich zu einer Bucht, in der wir einen Sandstrand für uns ganz alleine hatten. Paradies.
Das wir aber verlassen, um wieder über die Insel und im Anschluss mit zwei anderen Fähren nach HaiPhong zu gelangen. Dort gibt es zunächst das von uns ausgesuchte Hotel nicht, später finden wir den von mir ersehnten Eisladen nicht und Internet gibts auch nicht. Also bald weiter.
Auf den Motorrädern wird aber ohnehin der Weg zum Ziel und auf der folgenden Etappe schaffen wir es auch über weite Strecken die A1 zu meiden. Dabei kommen wir zu einer Brücke (für die man jeweils Gebühr zahlen muss), an der die Zollbeamten total von uns begeistert sind. Sie laden uns zum Tee ein und für ein paar Fotos dürfen wir noch die Schranke übernehmen. Das ganze dauert nur zehn Minuten, füllt den Bauch aber für viele viele Kilometer mit Freude.
Wieder ist es schon dunkel, als wir endlich in NimBinh ankommen. Wieder sind wir dabei ziemlich müde, aber im Hostel soll uns eine schöne Überraschung erwarten. An einem der Tische sitzt nämlich Jamie, ein Bekannter aus Hanoi.
Am nächsten Morgen mietet der sich einen Motorroller und gemeinsam erkunden wir die Gegend. Dabei stellen wir zunächst enttäuscht fest, dass unsere Maschienen maximal 70 kmh eigentlich eher sogar nur 60 kmh fahren. Jamies Roller hat nämlich einen Tacho, der sogar funktioniert. Wir haben gar nicht erst einen und gefühlt hätte ich bis dahin geschätzt, wir würden über hundert fahren. Aber auch wenn es nicht stimmt, das Gefühl bleibt gut.
Zusammen unternehmen wir eine Bootstour durch mehrere Höhlen, vor der im Lonely Planet schon gewarnt wurde. Detaillgetreu ist in der Bibel der Reisenden geschildert, wie in jedem der Boote eine ältere Dame sitzt, die weniger des Antriebs halber mitrudert, als vielmehr um später dem Mitleid der Touristen ein saftiges Trinkgeld zu entlocken. Vorgewarnt ergreife auch ich gleich eines der Ruder und habe so später kein schlechtes Gewissen, ihr keines zu geben.
Auch als wir hinter der Haupthöhle auf ein paar Boote mit Getränken treffen und unsere alte Dame ganz durstig guckt ist Maxx vorbereitete und zieht aus seinem Rucksack eine schon vorher extra für die Dame gekaufte Wasserflasche. So müssen wir auf dem Rückweg nur noch etwa bei hundert kleinen Stickereien versichern, dass wir in unseren Rucksäcken nicht zu viel tragen können und verlassen letztlich das Boot, ohne etwas gekauft zu haben. So hatten wir diesmal gut lachen, generell bleibt es aber ein Wermutstropfen ständig mit einer Geldbörse verwechselt zu werden, sowie es andererseits natürlich schön ist sich eine leisten zu können.
Noch am selben Abend brach Jamie mit dem Bus weiter gen Süden auf. Wir zwei schliefen noch eine weitere Nacht und brachen früh am nächsten Morgen auf, hatten wir uns doch zum Ziel gesetzt 400 Kilometer bis kurz vor die (ehemalige und teilweise dennoch weiterbestehende) Grenze zu Südvietnam zu fahren. Es sollte anders kommen!
Dass an den Maschienen öfters etwas kaputt gehen würde war klar und "Kleinigkeiten" gab es so viele, dass ich sie bis hier gar nicht erwähnt habe (Zum Beispiel ging eine ganze Zeit mein Motor aus, wenn ich nicht fuhr, weshalb ich konstant rote Ampeln ignorierte, was in Vietnam widerum nicht ungewöhnlich ist).
Kurz vor Vinh hörte dann aber in voller Fahrt mein Motor auf zu laufen und plötzlich geht gar nichts mehr. Diagnose Motorplatzer. Ein Vietnamese der gerade neben mir gefahren war versucht zwar noch Anschwunghilfe zu leisten, hilft aber alles nichts. Wir sitzen fest wie mein Motor. Glücklicherweise gibt sich der Anschwunghelfer aber als Mechaniker zu erkennen, ruft zudem seinen Freund an und beide beginnen an der Maschiene zu tüfteln. Ausgang ungewiss, aber welche Möglichkeiten bleiben einem mitten auf der A1 übrig, als zu vertrauen! So warten wir im Gras neben dem berüchtigten Seitenstreifen- bis es dunkel wird.
Beim Licht von Taschenlampen wird weitergetüftelt. Längst sind auch mal die Bewohner der benachbarten Häuser zum Gucken gekommen. In China wären wir schon längst auf Tee eingeladen, hier Fehlanzeige. Immerhin dürfen wir über Nacht unsere Rucksäcke unterstellen, denn das mit dem Motor wollen die beiden über Nacht in ihrer Werkstatt lösen, während Maxx mich mit seiner Maschiene mit ins nächste Dorf nimmt. Auch wenn die ganze Geschichte irgendwie zum Ärgern wäre, ist es doch schön dass das Dorf direkt am Meer liegt und die letzten Ausläufer eines Sturms (der weiter südlich ziemliche Verwüstungen angerichtet hat) blasen die schlechtesten Gedanken aus unseren Köpfen.
Und tatsächlich können wir am nächsten Tag weiterfahren. Diesmal erschwert uns aber der Sturm die Fahrt, der uns noch am Vorabend auf bessere Gedanken gebracht hatte. Er bricht schon kurz nach unserer Abfahrt mit jeder Menge Regen über uns herein. Zum ersten Mal seit der Mongolei spüre ich das Gefühl von Kälte wieder, undzwar gleich so stark, dass mir beim Zähnezittern der Kiefer knackt.
Völlig durchnässt müssen wir irgendwann zum Tanken halten. Beide haben so kalte Hände, dass der Tankwart für uns die Tankdeckel aufschrauben muss. Um wieviel angenehmer wäre es doch in einem Bus mit Heizung zu reisen. Wir lachen trotzdem und sind umso glücklicher, als wir endlich unser Ziel erreichen.
Dong Hoi ist vor allem erst einmal trocken. Darüber hinaus liegt es direkt am Meer und hat einen schönen Strand. Im Hotel kommen wir mit einem älteren Norweger ins Gespräch, der zusammen mit seiner Frau reist und wegen des Unwetters auch unsicher wegen der Weiterreise in den Süden ist.
Am nächsten Morgen kommt er uns Verabschieden, als wir in einem eingespielten Ritual unsere Rucksäcke auf die Motorräder schnallen. Man kann in seinen Augen sehen, wie gern auch er so mit uns fahren würde. Ein gutes Gefühl zu sehen, dass man dabei ist das zu tun, was man später mal vermissen könnte. Weiter gehts.
Dong Hoi war die südlichste Stadt Nordvietnams, vor uns liegt die historische Grenze. Bevor wir die aber erreichen besichtigen wir die Tunnel, die die Vietcong zum Schutz vor den Amerikanern gegraben hatten. Es ergeht uns ein wenig wie mit dem Kajakfahren. Die Frau an der Kasse weist uns den Weg zum ersten Eingang und dann wandeln wir auf uns allein gestellt durch die engen verschachtelten Gänge. Das ist für einen Besuch sehr spannend, um auf Dauer dort zu leben aber ganz gewiss sehr schrecklich gewesen.
Wir fahren weiter und erreichen die historische Brücke, die über den Fluss führt, der Vietnam über lange Zeit geteilt hat. Auf der anderen Seite soll Maxx weiterschreiben und so übergebe ich zum letzten Mal an meinen guten Reisegefährten.
Freitag, 8. Januar 2010
Laos - Thakhek
Thakhek die letzte Station in Laos. Durch die unerwartete Zugabe an Zeit vom vietnamesischen Botschafter, waren wir nun gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Wir hatten noch 1 Tag bis zum erstmoeglichen Einreisetag nach Vietnam. Wollten wir aber vorher in Tha Khek den sogannten "Lupe or Tube (auf Deutsch Runde)" 2 Tage abfahren. Daran (Yangshou) hatte uns darauf hingewiesen dies nicht zu verpassen. Gleichzeitig wuerde diese Strecke auch ein Training fuer unseres naechstes Vorhaben werden. Ein weiterer Grund zum Bleiben waere endlich abseits der Touristenwege Laos kennenzulernen. All diese Argumente machte die Entscheidung nicht leicht. Doch wussten wir, dass wir in Vietnam JEDEN Tag gebrauchen koennen. Ein Kompromiss musste her. Wir entschieden uns gegen die grosse Runde und beliessen es damit einen Teil der Route abzufahren. Mit den Maedels (Jess und Freya) im Schlepptau machten wir uns auf eine Tagesreise entlang des Weges. 4 Hoehlen gab es zu besichtigen. Die selbstgezeichnete Karte vom Motorradverleiher schickte uns quer durch den laotischen Dschungel. Wegen Mangels an Orientierung und der gewoehlichen sprachlichen Schwierigkeiten, koennten wir am Ende zwei der vier Hoehlen besichtigen.
Die Hoehepunkte an diesem Tag waren aber nicht die Hoehlen. Auf der Suche kamen wir an einer "noch nicht fertigen" Schule vorbei. Mit einem 'Rest-Mini-Stueck' Kreide schafften es Jess und David die Aufmerksamkeit der Kinder zu bekommen. Ohne die gleiche Sprache zu sprechen, konnten sie mit Hilfe "wunderschoenen" Zeichnungen, das Wissen der Kinder abfragen.
Spaeter beschlossen wir nach einer Abkuehlung zu suchen. Ein Fluss am Rande der Strasse lud uns regelrecht dazu ein. Freya die voellig ohne Furcht, als erste ins Wasser ging, kam nach 10 Sekunden buchstaeblich wieder rausgesprungen. Der Grund war eine Schlange, die sich gelant durchs Wasser bewegte und aufs andere Ufer zu schwamm. David den ich immer als furchtlosen Menschen kannte, hatte die Hose gestrichen voll. Jess und ich konnten ihn spaeter dennoch ueberreden ins Kuehle zu springen. Daraus machte ich mir den Spass ihm einen Stock (oh je ich bin ein schlechter Mensch) nachzuwerfen. Wir riefen ihm zu, dass sich die Schlange direkt neben ihm befindet. Die Angst in seinem Gesicht werde ich nie vergessen.
Ich selber verlor an diesen Tage ein Teil meines Respekt vor den budistischen Moenchen. In einer der Hoehlen hatte ich meine Brille liegen gelassen. David der mittlerweile sein Kunst im Motorradfahren unter Beweis stellte, schnellte mit mir zurueck, wo die Moenche mir schon entgegen kamen. Mit Haenden, Fuessen und meinem Phrasenbuch machte ich ihnen klar, dass ich meine Brille vergessen hatte. Zuerst wollten sie mich nicht verstehen (warum auch immer lesen koennen sie alle). Tatsaechlich mussten sie dank meiner Hartnaeckigkeit am Ende handeln. Wir gingen also zurueck zur Hoehle um nachzuschauen. Schon in diesen Augenblick wurde mir klar, dass ich meine Brille nie wieder sehen werde. Zurueck auf dem Roller beruhigte mich David damit, dass solche Menschen zu Ausnahme gehoeren. Man koennte ja meinen, dass gerade die Personen, die an eine Relegion glauben mehr Ehrlichkeit praktizieren, als jene die dem Profitdenken unserer Welt verfallen sind.
Schwer enttaeuscht ueber den Verlust (der weniger auf den Wert der Brille zurueckzufuehren ist), kann ich dennoch sagen, dass Laos ein wunderschoenes Land ist. Die Menschen dem Touristen-Dollar noch nicht so nacheifern wie ihre Nachbarn. Es ist das aemrstes Land in Suedostasien und dennoch verlieren sie nie ihr Laecheln. Woran liegt das nur, ... ?
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Laos - Vientiane
Vang Vieng ist abgehackt. Auf gehts zur laotischen Hauptstadt. Immer noch angetrieben durch Daniels (Mongol Ralley) Tramper-Erzaehlungen, haben wir den Versuch nach Vientiene per Anhalter zu fahren gestartet. In der Mittagshitze gings ca. 4km mit vollen Gepaeck zur Haupstrasse. Kurz vor dem Erreichen, das erste Auto. Ein Limolaster aber nicht beladen mit frischer Limonade, sondern randvoll mit Bierkisten. David der sich die Fahrt schon so schoen ausgemalt hatte, stuerzte auf die Strasse und wurde kurzerhand enttaeuscht. Der Laster fuhr leider nur bis zu 200m entfernten Tankstelle. Also weiter und neuer Versuch! Diesmal waren es 2 Jungs die uns auf ihre Ladeflaeche einluden. Nach ca. 10km stoppten sie den Wagen mitten im Nirgendwo und wollten von uns einen nicht akzeptablen Betrag haben. Wir schlugen aus und wartenten im Dschungel erneut. Vielleicht ist das Fahren per Anhalter nicht unsere Sache oder was ich eher denke, ist Trampen seit China nicht ueblich. Fast uberall verkehren zwischen den Staedten Busse oder Taxis die jeden am Strassenrand Wartenden mitnehmen. Der Preis wird vorher abgemacht und los gehts. Das Verhandeln uebernehme wie immer ich und wir kommen immer noch billiger nach Vientiane als die Anderen.
So ruhig und gelasssen die Loaten das Leben angehen, ist auch ihre Hauptstadt. Noch nie habe so viel Gelassenheit in einer Stadt erlebt, die das politisches und wirtschaftliches Zentrum eines Landes darstellt. Die Nationalbibliothek wuerde man in Deutschland als Dorfbuecherei bezeichnen. Ein Anzeichen dafuer, dass Laos zu den aermsten Laendern Suedostasieans gezaehlt wird. Die Menschen auf den Strassen gehen ihr Leben mit Gelassenheit an und werden nicht hektisch von irgendwelchen Lichtern gesteuert. Eine grosse Diskothek, wo sich die Jungend am Wochenende trifft, unzaehlige Strassenstaende und alle folgen dem Lauf des Mekongs. Das die Laoten ihren eigenen Kopf haben, ist an der Geschichte von ihren Triumpfbogen zu erfahren. Als "gut" gemeinte Geste boten die USA ein wirtschlaftlichen Beitrag zum Bau eines Flughafen an. Der von amerikanischen Geld bezahlte Beton wurde aber nicht fuer den Flughafen, sondern kurzehand fuer den Uebergrossen Triumpfbogen verwendet.
Abgesehen, dass wir Vientiane mit herrlichen rosafarbenden Hello Ketty Fahrraedern erkundenten, mussten wir unseren Plan fuer Vietnam festsetzen. Vietnam ist das einzige Land auf unserer Reise, in das man kein Zeitfenster fuer die Einreise hat. Jeder Tag in dem man spaeter einreist ist sozusagen ein verlorener Tag. Wir wussten schon vorher, dass wir in Vietnam jeden Tag gebrauchen koennen. In Vang Vieng liessen wir uns von den Maedels ueberreden, dass Visum bereits im Netz anzumelden. Was wir bis zu unseren Abholung nicht wussten, ist dass diese Art der Visavergabe nur per Flug-Einreise gilt. So stehen wir ahnungslos in der Botschaft (in der uns die Maedels mit verzogener Miene entgegekommen) und aergern uns, weil wir nicht auf unsere eigenen Reiseerfahrungen vertraut haben. Nach der Mittagspause versuchen wir mit dem Botschafter die Situation zu regeln. Der bleibt aber vorerst hart. Doch wie schon gesagt. Begnuegt euch nie mit dem ersten Nein. David und ich legten alles in die Wagschale. Die unorganisierten Deutschen ernteten so viel Mitleid, dass der Botschafter nicht nur, den im Internet schon bezahlten Betrag gegengerechtnet hatte, sondern uns auch ein 35 anstatt 30 taegiges Visum ausgestellte. Die Freude stand uns regelrecht ins Gesicht geschrieben. Vietnam hatte einmal mehr an Sympathie dazu gewonnen. Ausserdem lernten wir Jessica (Amerikanerin) und Freya (Australierin) kennen. Mit diesen beiden werden wir im Laufe unserer Reise noch viele Gemeinsames erleben.
Am Tag darauf verliessen wir Vientiene erneut mit dem Versuch zu Trampen. Nach einer halben Stunde gaben wir auf und fuhren im Tuk Tuk zur Bushaltestelle. Die 12 stuendiger Fahrt nach Tha Khek, unser lezten Station in Laos, wurde fuer mich zur Hoelle. Meine Zahnschmerzen von Luang Prabang machten mir immer noch sehr zu schaffen.
Mittwoch, 30. Dezember 2009
Laos - Vang Vieng - Tubing
11.10.2009 - 13.10.2009
Die Einheimischen haben sich jedenfalls bestens auf den Besucherstrom eingestellt und neben den ueblichen Souveniershops gibt es vor allem Sandwichstaende, an denen sich betrunkenen Partyurlauber tummeln. Zu alle dem droehnt alle halbe Stunde die Anfangsmelodie von Friends, immer dann wenn eine neue Folge in einem der Strassencafes beginnt, wo die mueden Reisenden sich vom Tuben erholen.
Aber ich merke schon, wie ich immer wieder aufs Tuben zu schreiben komme. Tatsaechlich laesst sich der Ort kaum erklaeren, ohne dass man weiss worum es sich dabei handelt. Und auch Maxx und ich haetten den Ort, also eigentlich seine Besucher, abartig gefunden, waere da nicht das Tuben gewesen ...,
In dem David sich mehr des triumphialen Sieges ueber mich alten angeschlagenen Mann und ueber die Leute in Vang Vieng ausgelassen hat, ist ihm ein Ereignis ueber unseren Aufenthalt entflogen.
Am ersten Abend sitzen wir nichts ahnend gemuehtlich mit den Maedels im Lokal, als Alexi uns in verbluefft in die Augen schaut. Alexi ist sozusagen unsere erste Backpacker-Bekanntschaft von unserer Reise. In Moskau hatten wir ihn mit den Worten wir sehen uns in Ulan Bator verabschiedet. Ein Monat spaeter trafen wir ihn dann wirklich durch Zufall im gleichen Hostel (Golden Gobi) wieder. 2 Tage spaeter sagten wir erenut mit weissen Taschentuechern zu Alexi "Lebe Wohl"! Nach meinen Informationen wollte er kurz China sehen und spaeter nach Vietnam und Indien. Von Laos war keine Rede. Einen super Beispiel wie sich Reiseplaene aendern koennen.
Doch kommen wir zurueck zum Tuben! Die Vorstellung mit einem Traktorreifen den Fluss herunterzugleiten verschwand schon am Tag zuvor. Am Abend wurden wir Zeuge, wie sich einige Backpacker respektlos den lokalen Menschen gegenueber verhalten. In Gedanken fragte ich mich, warum in Gottes Namen ist diese Frau halb nackt mit ihrem Reifen hier auf der Strasse unterwegs? Und warum ist sie so sternhagelvoll? Was hat das mit "Tuben" zu tun?
Am Tag darauf standen wir an der Ausgabe der Reifen. 2 Enlaender die mit uns im Tuk Tuk fuhren, erklaerten mir auf der Fahrt, was auf mich zukommen wird. Nach einer ca. 10 minuetigen Fahrt befanden wir uns am Ufer des Flusses, wo ein Mitwirkender jeden Neuankoemmling zur Begruessung die Wisky Flasche regelrecht in den Hals steckte. 2 Schritte weiter das erste Bier. Hmm ich glaube ich habe die Antwort auf meine abendlichen Fragen. Hier geht es nicht um den Spass im Reifen auf dem Wasser, sondern mehr um das drum herum. Prinzipiell bewegten wir uns in unseren "Tube" von Bar zu Bar die keine 50m auseinander lagen. Ein Glueck das unsere Gruppe immer den Kopf bewarte und ich am Ende des Tages von einem einziartigen Erlebnis sprechen konnte. Diese Erfahrungen wurden am naechsten Tag noch verstaerkt, als wir uns das zweite Mal ins Abenteuer stuertzen. Aber diesmal mit unseren amerikanischen Zimmernachbarn Christin, Mike und Adam (jeder sollte solche Menschen auf seiner Reise treffen). Aehnlich drauf wie wir, koennten wir die Erlebnisse vom Tag zu vor noch uebertrumpfen. Ich selber hielt mich mehr oder weniger zurueck. Meine Ziel war es, diesen Ort mit den verrueckten Attraktionen fotografisch festzuhalten, um euch eine gewisse Vorstellung von dem zu geben was da tatsaechlich taeglich ab geht.
Die Attraktionen:
1. Der "Schwinger" schaetzungsweise 8-12m Hoehe, Ausdehnung (Flugweite) bis zu 30m. Absprung von max. 3-6m. Ein herrliches Gefuehl umgibt Dich, wenn man die Plattform hinter sich gelassen hat. Ja und um ehrlich zu sein, begleitete mich bei jedem Absprung ein gewisse Angst. Die Konstruktionen wuerde unser Deutscher TUEV nicht einmal anschauen. Die Stahlkabel haenger quer ueber den Fluss, festgemacht an den Baeumen und an vielleicht 15m Hohen Holzstangen. Kein Mensch in Deutschland wuerde auch nur im Geringsten auf solche Ideen kommen. All unsere Kirchenbesuche muessen David's Schautzengel wohl wahrgenommen haben. Er bestieg am zweiten Tag allen voran die Plattform. Wie immer mit einer Haltung die jeden Turner blas erscheinen liess. Hinzu kamen noch seine spektakulaeren Abspruenge, wo er meist "rechtsseitig" auf dem Wasser aufschlug. Seine Brusthaelfte lied unter den Aufpraellen von den 2 Tagen erheblich. Doch kommen wir zureuck zum Schuztengel. Nach ihm erklom ein Zweiter die Plattform. Kurz nach dem Absprung riess das Seil ab und er landete unsanft immer Wasser. Zum Glueck war es da noch tief genug und er erliet keinerlei Verletzungen. Ausgeruestet mit einen 10ner Schraubschluessel bestieg ein Mitarbeiter die Holzkonstruktion. Nach ca. 15 min war die Sache gegesen und wir konnten weiter machen. Natuerlich traute sich keiner von den Anwesenden. So vergingen noch einmal ca. 15 Minuten. Zum Glueck gibt es immer wieder ahnungslosen Neuankoemmlinge, die als Testpersonen dienten. Wir schauten uns gemuethlich die ersten 10 von unten an ...,
2. Kommen wir zum Zweiten, meinen persoenlichen Lieblingsapparat. Der Stopper! Eine einfache aber grandiose Erfindung. Ein Seil wird in ca. 4-8m Hoehe befestiget und weiter unten an einem Fixpuntk straf gezogen. Man steht oben nimmt die 2 Griffe in die Hand und rauscht UNGEBREMST in Richtung Wasser. Kurz vorher dem Aufkommen, immerhin meistens noch zwischen 3-4m Hoehe stoppt es den halb fliegenden Passengier an einem festgeschraubten Metalstueck von 100 auf 0. Der Koerper wird bis auf jeden forhandenen Muskel regelrecht auseinander gerissen. Wer kein Maedchen sein will, haelt sich bis zum Ende fest und sieht zu, wie glimpflig man dann davon kommt. Ehrlich! Traumhaft anzuschauen, wie es die Leute da regelreich ins Wasser rein katapultiert. Man stelle sich vor man fliegt sitzend, so wie ich auf dem Foto, einen Meter ueber dem Wasser und wird dann immernoch mit dem Nacken rueckwaerts gegen die Stroemung ins Wasser geschluedert. Wem das dann noch nicht reicht der versuchte es rueckwaerts, mit den Fuessen oder zusammen im Duett. Aus unserer Gruppe konnte ein Hollaender nach seinem ersten Versuch auch gleich wieder gehen, weil er sich mit seinem eigenen Knie unter dem Auge eine Paltzwunde verpasst hatte. Auf Nachfragen der dort arbeitenden Leute passiert dies dort anscheint fast taeglich.
Artraktion Nummer 3. Die Schlammbar! Ein Volleyballfeld voller Schlamm mit so tiefen Loechern, wo es jeden noch so sicheren, ob mit oder ohne Alkohol im Blut, hinschmeisst. Ein Schlammbad im Pool und alle fuehlen sich wie die Wasserbueffel auf den Reisfeldern. Lustig aber im Vergleich zu den anderen Atraktionen eher langweilig.
Zurueck im Tube gehts zur letzten Station, die uns leider erspart geblieben ist. Man kauft sich ein Getraenk und einmal Rutschen fuer frei. Die Rutsche misst eine Hoehe von ca. 8m hoch und ist mindestens 3m breit. Der Abflug (aehlich wie bei einer Skichance) geschieht aus ebenfalls ca. 3m Hoehe mit einer Arschgeschwindigekeit. Nach Erzaehlungen soll der Aufprall wohl sehr schmerzhaft sein. Der Fluss wird fuer jeden Gast der sich dieser Sache hingibt an der Stelle komplett gesperrt. Wahrscheinlich wissen die Leute dort selber nicht wie weit der Flug des Einzelnen am Ende geht.
Zum Schluss sind wir dann doch beim "Tuben" angelangt. Circa eine Stunde oder auch laenger gehts, dann in Richtung Stadt, wo die Leute schon auf die Ankunft der Betrunkenen warten. Am ersten Tag hatten wir uns etwas verschaetzt und sind weiter flussabwaerst mitten in einer Karaokebar ausgestiegen. Peinliche Angelegenheit zwischen den Leuten mit den riesen Reifen halbnakt durchzutaenzeln.
Freitag, 25. Dezember 2009
Laos - Luang Prabang
08.10. 2009 - 10. 10 2009
Der Plan zunaechst nach Luang Prabang zu fahren, war in China entstanden. Dort hatte uns ein aus Laos eingereister Backpacker eine Karte mit den wichtigen Plaetzen seiner Zeit in Laos eingezeichnet. Generell war Laos von vielen Reisenden als Land empfohlen worden, in dem Reisende noch als Exoten und nicht als potenzielle Geldquelle empfangen werden. Tatsaechlich habe ich aber in wenigen Staedten der Reise mehr Touristen getroffen, als in Luang Prabang. Dies hat sicher seinen Grund, denn viele Tempel haben die Stadt sogar ganz offiziell Welterbe werden lassen. Maxx und ich haben keinen einzigen gesehen.
Statt dessen wagten wir ein nahezug waghalsiges Unterfangen. Nachdem die Ausruhtage in Kunming naemlich nicht wirklich neue Energie gebracht hatten, aenderten wir unsere Strategie. Getreu dem Motto "von nichts kommt nichts" beschlossen wir uns Fahrraeder zu mieten und zu einem 30 Kilometer entfernten Wasserfall zu fahren. Das war an sich schon ziemlich unvernuenftig, im Sinne von nicht rentabel, weil ein Kleinbus (TukTuk) deutlich billiger gewesen waere, als die Leihgebuer fuer die Fahrraeder. Und auch gesundheitlich bedenklich, weil wir beide deutliche Grippesymptome (oder gar Malaria) aufwiesen. Bei Maxx kamen auch noch Zahnschmerzen hinzu. Wenn ich die Zahnschmerzen im folgenden aber als Altersschwaeche deute, liest es sich viel lustiger. Unser kleiner Ausflug wurde naemlich die Hoelle...
Eigentlich sogar noch viel heisser, denn nach einem selbst zusammengestellten Fruehstueck (immer nur Nudelsuppe ist irgendwann dann doch nicht so toll) brachen wir genau in der Mittagshitze auf. Und recht schnell stellten wir fest, dass 30 Kilometer in Laos nicht gleich 30 Kilometer in Deutschland sind (diese verflixten kulturellen Unterschiede) denn Laos ist deutlich bergiger! (vielleicht also eher wie Bayern als Deutschland). Die ersten Steigungen nahmen wir noch tapfer, motiviert von beeindruckt winkenden Touristen, die uns im TukTuk ueberholten und die Aussicht genossen, waehrend es begann fuer uns schmerzhaft zu werden.
Wahrend ich aber die Zaehne zusammenbiss, musste Maxx wohl doch einsehen nicht mehr 20 zu sein und letztlich schon auf halber Strecke das letzte Stueck (eines wirklich ueberhohen) Berges schieben. Zum Glueck ging es danach bergab und nachdem wir uns ueber einige kleinere Berge gequaelt hatten, wohlverdiente Pause (noch 15 Kilometer verbleibend und beide bereits fix und alle- und lieber nicht darueber nachdenken: der Rueckweg!).
Mit wenig frischen Kraeften machten wir uns irgendwann weiter auf den Weg und schafften es auch irgendwie bis zwei Kilometer vor dem Wasserfall. Hier setzte ein letzter moerderischer Berg an, von dem just zwei munter (und viel schlimmer nicht erschoepft) wirkende Maedels auf ihren Raedern geschossen kamen und uns froehlich zuriefen: "you nearly reached".
Das fuehlte sich fuer uns aber ganz anders an. Wahrend ich es unter unsaeglichen Schmerzen (von denen ich mir ausser einem hoch roten Kopf, zittrigen Beinen und pitschenassem Shirt natuerlich nichts anmerken liess) auf den Berg schaffte, kam Maxx eine Weile spaeter angeschoeben. Genug Zeit fuer mich seine Kamera vorzubereiten und ein paar herrlich deprimierende Zielfotos zu schiessen. Das war wirklich schrecklich, fuer uns beide.
Und der Rueckweg stand ja noch an, aber wenn man gar nicht weiter kann (im wahrsten Sinne des Wortes), dann hilft meistens Einsicht, bzw. Demut. Unsere bestand darin weiteres Geld (aber diesmal vernuenftiges) zu investieren und im TukTuk (die Raeder auf dem Dach) zurueck in die Stadt zu fahren.
Urspruenglich wollten wir von Luang Prabang aus den Mekong mit einem Boot heunterfahren. Doch fehlende Information ueber diese auch unter den Backpackern Moeglichkeit des Reisen, brachte uns dazu die Idee zu verwerfen. Daniel (Mongolian Rally) erklaerte uns spaeter in Vietnam, wie wirs es haetten anstellen sollen.
Stattdessen fuhren wir mit einem Kleinbus, in dem doch noch 14 Leute hineinpassten in Richtung Vang Vieng. Die Fahrt war nicht nur wegen der schon eingespielten Reisegruppe erlebnisreich. Auch die herrliche Landschaft trug sein Teil dazu bei, dass die 10 Stunden wie im Fluge verflogen.
Dienstag, 17. November 2009
Maxx's - China Teil II
Wieder zurueck im Zug auf dem Weg nach Nanning wollte Gott mir keine Ruhe goennen. Als ich mein Platz gefunden hatte und doch nicht ganz sicher war, sprach mich Sonia mit den Worten "I have no idea" an! Hmm ich zeigte ihr mein Ticket und im Abgleich mit ihrem bestaetigte sich, dass wir beide nicht falsch lagen. Darueber froh, einen Gespraechspartner fuer die Fahrt zu haben, begann ich erstmal ueber mein naechstes Ziel zu gruebbeln. Typisch Frauen! Sonia unterbrach die wortlose Ruhe. Wir kamen ins Gespraech und sie erzaehlte mir, dass sie hauptsaechlich wegen eines 3D Kinofilms nach Nanning faehrt. Spaeter aber noch Freunde treffen wird, um mit ihnen auf alten Studentenzeiten anzustossen. Gluecklich ueber den perfekten Uebersetzer, versprach ich sie ins Kino zu begleiten, wenn sie mir bei meiner weiteren Reiseplanung zur Seite steht. Schnell war abgemacht, dass ich 2 Naechte in Nanning bleiben werde. Ich sollte es nicht bereuen. Sonia entpuppte sich als schoenster Teil meiner Reise. Gleich am naechsten Morgen holte sie mich im Hostel ab und wir fuhren in das besagte Kino. An der Kasse wurde mir die Vorfreude genommen, einen Film in Englisch sehen zu koennen. Im gleichen Atemzug machte mir die Kassiererin aber wieder Mut, dass ich nicht der erste Auslaender bin, der sich das antut. Sonia erwies sich als gute Uebersetzerin und mir blieb die Geschichte nicht ganz verborgen. Den Rueckweg zum Hostel nuzte ich fuer meine Lieblingsbeschaeftigung. FOTO's! Die Stadt wurde kurzerhand zum Studio umfunktioniert. Trotz extremer Hitze gelang es mir mit Sonia einige lustige Aufnahmen zu machen.
Der Abend gestaltete sich aehnlich wie in Yangshuo. Das Dach von Monkey Jane verwandelte sich in eine Studentenbar, wo es 5 Flaschen (630ml) Tschingdoa zum Spottpreis fuer 10 Yuan (ca. 1 Euro) gab. So wie ich es verstanden habe, wird diese Kneipe von der Brauerei gesponsert. Perfekte Marketingstrategie! Ein Appell von mir, an alle deutschen Braustuben.
Da nur Bier trinken fuer die Chinesen auf Dauer zu langweilig wurde, ging es nach der zweiten Runde auf eine Geburtstagsparty. Ahnungslos dachten die Jungs im Taxi noch ueber ein Geschenk nach. Keine Ahnung wie sie darauf gekommen sind aber sie waehlten mich als lebendes Mitbringsel? Jegliche Diskussion meinerseits wurde sofort abgewehrt und ich musste mich Zaehne knirschend meinem Schicksal hingeben. Etwas unwohl war mir schon zu Mute, doch Sonia stand mir immer tapfer zur Seite, so dass letztendlich meine Zweifel nicht von Noeten gewesen waeren. Den Tag bzw. die Nacht liessen wir dann irgendwo in einem der unzaehligen Strassenlokale mit einem chinesischen Trinkspiel (das sich dem Schwindel-Max aehnelt) ausklingen. Kopfrechnen und Luegen waren meinen Mitstreitern zu dieser Zeit schon zu viel. Ich wurde Zeuge wie sich alle nacheinander verabschiedten. Der Nachtzug durch Nanning war beendet und ich war froh das Ticket fuer meine naechste Station schon in der Tasche zu haben. Ohne diesen 'genialen' Schachzug waere ich wohl ein weiteres Mal haengen geblieben.
Der Auftritt von Carlo.
Mein Neffe keine 7 Monate alt, ueberhaupt der Star in China, diente mir als Lesezeichen im Lonley Planet. Ohne diesen Reisefuehrer verlaesst kein Backpacker seine Heimat. Es ist beeidruckend wichtig einem dieses Buch werden kann. Ich hatte meinen LP im Hostel liegen gelassen und sass schon im Zug, als ich die Katastrophe bemerkte.
Sonia bei der ich mich ein weiteres Mal bedanken moechte, holte den ab und brachte diesen am naechsten Tag zeitig frueh zur Busstation. Grandioses China! Man kann fuer stolze 10 cent Dinge mit dem Bus mitschicken so lang der noch Platz im Kofferraum hat. Ausgeruestet mit einer SMS in chinesisch, machte ich mich am naechsten Tag auf den Weg zur Busstation, um meinen kleinen Neffen wieder zu mir zu holen. Bemerkenswert wie hilfreich die Chinesen zu uns Auslaender sind. Ich zeigte die SMS einer Frau und schon scharrten sich ca. 10 Helfer/in um mich herum. Natuerlich sprach keiner von ihnen Englisch. An der Paeckchenausgabe angekommen, konnte ich meine Reiseerfahrungen einsetzen. Lasse dich nie mit dem ersten "NEIN" abspeisen. Bleibe hartnaeckig und draenge die Leute zum Handeln. Wegen der sprachlichen Probleme wollte mir die Frau an der Theke nicht so recht zu hoeren und verwies mich auf spaeter. Es haette bedeutet, dass ich noch einen weiteren Tag in Baise verbringen muesste. Ich war mir sicher, dass das Buch mit dem besagten Bus mitgeschickt wurde. Wie schon erwaehnt blieb ich hartnaeckig und siehe da die Dame setzte sich in Bewegung, um mein Paekchen zu holen.
Ueber Baise selbst ist wenig zu berichten. Ausser einem Denkmal und einem Museum, die den Helden des Kommunismus gewidmet sind, findet man dort nur die Betonetagen des schnell wachsenden China. So bekam ich endlich meine lang ersehnte Pause von den letzten stressvollen Tagen.
Tausche Elektro- gegen Dieselmotor!
Die Fahrt nach Funning fuehrt erstmals abseits jegelicher Touristenpfade mitten uebers Land. Kurz bevor ich die Stadt erreichte beschaeftigte sich ein Maedchen mit meinem Sprachfuehrer. Sie zeigte mir ein paar Phrasen und die stille pantominische Gespraechsrunde ist eroeffnet. "Wollen wir heute Abend etwas zusammen essen?" Hmm ja klar warum nicht. Das Hotel war, dank der Chinesin schnell gefunden. Mit dem Taxi gings dann zum Restaurant, wo ihre Freunde schon auf uns warteten. Es gibt Fisch, Huhn und nun ja (was ich erst spaeter in Erfahrung gebracht habe) Ratte. Um ehrlich zu sein war es das beste Fleisch auf dem Tisch. Seit meiner Abreise habe ich kein Filet oder Bruststueck von welchen Tier auch immer gegessen. Wahrscheinlich gehen die Delikatessen alle nach Deutschland? Ich schaetze mal, dass es nicht noetig ist das Fleisch dieses kleinen Tierchen zu trennen. Was soll man dann noch essen? Mein Sprachfuehrer erweist sich einmal mehr als bestes Unterhaltungsmittel und lenkt die Aufmerksamkeit von meiner Person zunaechst etwas ab. Nach dem Essen gings zurueck zum Hotel, wo sich die Maedels erstmal meiner Dusche bedienten. Meine Vorahnung hatte sich bewahrheitet. KARAOCKE! Erfahrung konnte ich aus der Mongolei und China schon vorweisen, doch konnte ich mir nicht vorstellen mit 4 Chinesinnen singen zu gehen. Der naechste Vorschlag war noch schlimmer TANZEN!!! Jeder der mich kennt, weiss das diese 2 Woerter in meinem Wortschatz nur selten vorkommen. Zumindest wenn es mich selber betrifft. Stattdessen ging ich ins Internet-Cafe. Bis heute eine super Entscheidung. Mein Couch-Nachbar machte sich mit einem Uebersetzungsprogram aufmerksam. Chinesisch-Englisch - Englisch-Chinesisch die Plauderstunde wurde eroeffnet. Er gab mir zu verstehen, dass ich der erste Europaeisch aussehende Mensch bin mit den er spricht und deswegen sehr aufgeregt sei. Eine feine Sache diese Seite. Ab sofort konnte ich mich, zumindest in den Internet-Cafe's mit den Chinesen unterhalten. Ein sicheres Reisen war nun vorprogrammiert.
Guangnan eine kleine Stadt irgendwo in nordoestlichen Teil der Provinz Yunnan.
Eine Strasse quer durch die Berge, mal rechts mal links immergruene Reisfelder, wo der Fahrer unseren Bus elegant am Abgrund entlang manovriet hatte. Vor jeder Kurve gabs ein Hupen, gebremst wurde aber nicht. Schliesslich kann der Gewarnte seine Fahrgeschwindigkeit reduzieren. Dennoch brachte mich diese Fahrweise, nach all dem schon Erlebten, nicht aus der Ruhe.
In Guangnan angekommen fuehle ich mich einmal mehr wie im offenen Zoo. Welche Kreatur steigt dort aus dem Bus und was in Gottes Namen sucht diese hier in unserer Stadt. Da mir die Hilfe der Leute vorerst verborgen bleibt, versuche ich mir das Schriftzeichen fuer Hotel einzupraegen und gehe damit auf die Suche durch die Strassen. Nach einer Weile erfolglosen umherirren, ist es Ami die mir ihre Hilfe anbietet. Ami 17 Jahre jung und mit einer Menge Selbstbewusstsein ausgeruestet. Ihr Englisch ist leider nicht so gut, so dass unsere Unterhaltung schon bei den ersten Saetzen ins Stocken geraet. Zu meinem Glueck! Ami hat einen tragbaren Ubersetzer. Ich brauche ein Hotel, aber vorher muss ich dringend anderes loswerden. Schnell geht es auf ihren Roller durch die Stadt zum stillen Oertchen. Die Beschreibung ueberlasse ich dem beigelegten Bild. Ungestoert konnte man dort nicht seinem Geschaeft nachgehen. Also doch erstmal Hotel. Nach dem Einchecken verabschiedet sich meine neue Bekanntschaft zur 'Performance'. Wie ich spaeter erfuhr, hatte Ami einen Tanzauftritt. Zu gern waere ich beim dem traditionen Fest dabei gewesen. Was ich bis dahin nicht wusste, ich wuerde spaeter noch Traditionelles zu hoeren bekommen.
Doch erst einmal musste ich meinen Hunger stillen. Eine Wassermelone, die ich mit ins Hotel nahm benutzte ich zur Kommunikation mit anderen Gaesten. Angetan von mir haben die mich auch gleich zum Essen eingeladen. Aehnlich wie bei einer "James Bond Entfuehrung" fuhr ein Mini-Van mit getoenten Scheiben vor und ich sollte einsteigen. Ja ein bisschen mulmig war mir schon zumute. Aber scheiss drauf ich stieg dennoch ein!
Im Restaurant angekommen ging es auch gleich los wie immer. Den Fuehrer raus und ich kann in Ruhe essen. Es gab Fisch! Bis auf dem Baikalsee konnte ich mich gekoehnt dem Fischgenuss entziehen. Aber nun gab es kein Entkommen mehr. Fisch und M. Grafe vertragen so ungefaehr so wie Peter Pan und Kapitain Hook. Als Gast erhalte ich natuerlich das beste Stueck. Den Kopf!!!! Tapfer arbeitete ich mich durch die Schuppen, um an das wenige Fleisch zu kommen. Natuerlich sind die Augen die Delikatesse. Gluecklich alles hinter mir zu haben, blicke ich mich kurz um und schon schauten mich 2 neue Fischaugen an. Puh was fuer ein Glueck, es gab genuegend Bier und Schnaps zum Hinterspuelen.
Zureuck im Hotel wartete Ami schon auf mich. Sie und Risk (ihr Banknachbar) zeigten mir stolz ihre Stadt mit der wuenderschoenen Parkanlage. Anders als in Deutschland widmen sich die Chinesen am Ende des Tages oft traditonellen Dingen wie Singen, Tanzen oder sportlichen Aktivitaeten. Wir kommen zu einer Gruppe von Rentnern, die mit einem mitgebrachten Mikrofon und selbstgespielter Musik den Abend ausklingen lassen. Meine beiden Begleiter liessen es sich nicht nehmen, mir ein Staendchen dieser traditionellen Gesaenge darzubieten. So kam ich doch noch den Genuss etwas ueber die chinesischen Kultur zu erfahren.
Vor etwa 3 Jahren hatte ich im WDR eine Dokumentation ueber China gesehen. Bamei ein Dorf in dem die Zeit still zu stehen scheint. Eintritt erhaelt man durch eine bzw. 2 Hoehlen, durch die ein Fluss fliesst. Abgeschnitten von der Aussenwelt stellte ich mich auf ein Leben, wie noch vor ein paar hundert Jahren ein. Eben so war es in der Doku und im Internet beschrieben. Ami die am 1.10 Schulfrei hatte bot sich als meine Fuehrerin an. So verbachte ich einen weiteren Tag in Guangnan mit Internet und wie immer mit Essen.
Fruehzeitig gings dann (nach einer Woche Anfahrt) endlich los. Leider wurde ich schon im Vorfeld durch Erzaehlungen enttaeuscht. Auch in Bamei sei der Tourismus mittlerweile angelangt. Da die Chinesen wenig vom Oekotourismus halten, wurde Bamei mit Strom versorgt und die ersten Gaesthaeuser im Dorf errichtet. Fuer auslaendische Touristen noch unbekannt, sind es hauptsaechlich die Chinesen selber, die das Dorf in Augenschein nehmen. Traurig auch, das jene Dorfbewohner sich nicht mehr dem traditionellen Leben widmen, sondern den ganzen Tag am neu geplasterten Wegesrand (quer durch das Dorf) sitzend, um ihre Souveniers zu verkaufen. Enttauescht nicht das vorgefunden zu haben was ich eigentlich gesucht hatte, konnte mich Bamei dennoch mit der beeindruckenden Landschaft begeistern. Mit einem guten Gefuehl alles so durchgezogen zu haben, verlasse ich Guangnan in Richtung zu den Reisfeldern Yuanyang. Mit dem Bummelbus ging es immer wieder an der Schnellstarsse vorbei die wir nie benutzten. In jedem kleinen Dorf und dazwischen hielten wir an, um neue Fahrgaeste aufzunehmen. Nach 13h ueber ein Piste die schlechter ist als jeder deutsche Waldweg, hatte ich die Nase so voll, so dass ich mich schon auf der Fahrt entschied nach Kunming zu fahren, wo ich mich spaeter mit David treffen wollte.
In Kunming wartete das wahrscheinlich coolste Internet-Cafe von ganz China. Kaffee und Tee kostenlos am Platz serviert, konnte man vom eigens angestellten Koch versorgt werden. Dort laesst es sich aushalten. Kein Wunder dass die Chinesen Weltmeister in Computerspielen sind. 2 Tage spaeter hole ich David am Bahnhof ab. Ab sofort geht es im Duett weiter, ...,
Freitag, 13. November 2009
In the mood for love - Iannis in Hong Kong
Diese Stadt ist nur aeusserst schwierig zu beschreiben, dass einzige, was ich vorher von ihr wusste ist, dass Wong Kar Wei den ein oder anderen meiner Lieblingsfilme hier gedreht hat. Und ich glaube in "In the mood for love", "Fallen Angels" oder "2083" findet man tatsaechlich ein wenig Hong Kong wieder.
Als ich am Abend hier ankam hat mich die Stadt ersmal erschlagen. Grosse Strassen, Leuchtreklamen und asiatisches Ambiente kannte ich schon. Nun kamen noch Strassenhaendler, die mir gefaelschte und echte Uhren, massgeschneiderte Anzuege, Hostels, Restaurants, Haschisch und alles was ich sonst so kaufen wollen koennte andrehen wollten, sowie Temperaturen von knapp 30 Grad und eine atemberaubende Luftfeuchtigkeit hinzu.
Um ehrlich zu sein, am ersten Abend war ich froh als ich in meinem Einzelzimmer lag und die Welt so gut es ging ausgesperrt hatte...
Mein Hostel lag in der Dschunking Manson, ein 15 stoeckiges Hochhaus, deren unterstes Geschoss voll mit kleinen Elektro-, Schmuck- und Ramschlaeden ist, die oberen Stockwerke beherbergen jeweils 2-4 Hostels und die eine oder andere indische Kueche. Es gibt jeweils einen Flur der Durchgang, Rezeption und Aufenthaltsraum in einem ist und von dort zweigen die einzelnen Raeume ab. In jeder anderen Stadt haette ich so eine Bleibe dankend abgelehnt, aber mein Reisefuehrer hatte mich schon darauf vorbereitet und mit den Worten "...you can take comfort in knowing it used to be much worse."
Doch schon am naechsten Tag sollte sich meine Sicht der Dinge aendern, ich erinnerte mich schnell wieder wie Strassenhaendler abzuwimmeln sind, das Beantragen meines Visums verlief erstaunlich unkompliziert und vor allem entdeckte ich den Hafen und seine Faehren. Hong Kong besteht im Wesentlichen aus Inseln und zwischen denen Pendelt man am Besten mit den Faehren. Preiswerter als Metro, schnell und immer mit huebscher Aussicht verbreiten sie ein nahezu hanseatischen Flair und wurden schnell zu meinem favourisierten Fortbewegungsmittel. Nach dem Wechsel meines Hostels und der Entscheidung in einen Dormroom zu ziehen, machte ich mich auf die Stadt zu erkunden. In den folgenden Tagen habe ich so oft es ging versucht ins Gruene zu fluechten. Besorgungen und abendliches Essengehen, komischerweise lediglich Indisch, reichten mir aus um die Stadt zu erkunden.
Ich erklomm den Victoria Peak, der Gipfel eines Berges auf Hong Kong Island im Sueden, um eine wunderbar versmogte Aussicht ueber Stadt und Meer zu geniessen und anschliessend durch den Victoria Peak Garden zu spazieren, in den sich komischerweise kein Tourist mehr verirrte, obwohl er nur knapp 1 km entfernt lag. Tagsdrauf stand ein Besuch auf Lama Island an, eine kleine Insel, keine Autos, nur Wandern, Natur, Strand und Baden. Leider ohne Handtuch und Sonnenmilch...
Ich wanderte noch mehr Teile der Umgebung ab, lernte nette Menschen in meinem Hostel kennen, besuchte einen wunderbaren, abgelegen Strand mit Korallenriff, schnorchelte dort und blieb mal wieder laenger als eigentlich geplant, einziger Wehmutstropfen, dieser sonst fantastischen Station, mein Iphone hat sich, hoffentlich voruebergehend, verabschiedet...
Bilder aus Hong Kong